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"Burnout"

Wir alle reden ständig von „Burnout“ - was ist das?

Niemand soll, darf wissen, dass wir an Symptomen leiden, die in das Gebiet der Psychotherapie fallen oder dass wir gar zu einem Psychotherapeuten gehen. Und dabei hat Woody Allen es uns doch so leicht gemacht. Wie super fanden wir doch die Filme von ihm, in welchen jeder seinen eigenen Psychotherapeuten oder –analytiker hatte. Wollten wir das nicht auch?

Wenn wir uns vorstellen, wir haben einen eigenen Psychotherapeuten oder "Coach", mit dem/der wir unsere ganzen Probleme und Konflikte durchgehen und uns danach in aller Ruhe für eine Lösung entscheiden können. Das gibt ein Gefühl von Sicherheit und „Aufgehobensein“ – wir sind nicht allein auf der Welt und nicht allein verantwortlich. Es gibt da jemanden, der noch mal drüber schaut, der „controlled“, damit wir ein besseres Gefühl bei einer schwierigen Entscheidung haben.

Die Verantwortung bleibt dennoch bei uns. Aber schon die Tatsache, mit jemandem kompetent über ein Thema oder Problem reden zu können, entlastet sehr. Wer hat denn in unserem hektischen Leben noch einen Menschen, mit dem er über alles reden kann und der nicht mit meinem nächsten Bekannten oder Kollegen über mich und meine Themen spricht?

Wünschen wir uns das nicht alle? Die Verantwortung für unser Leben, das oft schwer genug ist, abzugeben – zumindest temporär und teil- oder themenweise. Warum ist das Leben so schwer? Warum bekommen wir Burnout?

Alles muss immer besser, schneller, weiter, größer sein. Alle Erfindungen werden weiter optimiert, entwickelt, verbessert. Nichts bleibt, wie es mal war. Durch Internet, Luft- und Raumfahrt wachsen wir zusammen. Nicht nur unsere eigenen Entwicklungen gilt es voranzutreiben, durch das Näherrücken der Kontinente sind wir ständig in Konkurrenz mit der ganzen Menschheit, der ganzen Welt.

Ständig in „Hab-Acht-Stellung“, ständig „auf der Hut“, in immerwährendem Wettstreit, immer bemüht um… Ja, um WAS zu tun, um WAS zu sein? Es gibt keine Ruhe vor…
Selbst im Urlaub müssen wir darauf achten, dass unsere Ziele von den Nachbarn, Kollegen etc. gebilligt und natürlich auch bewundert werden. Wir müssen darauf achten, dass wir uns umweltkonform verhalten, dass wir dem Freund, Nachbarn, Kollegen den "passenden" Preis für die Urlaubsreise nennen. Der eine darf nicht neidisch werden, der andere sollte hingebungsvoll zu uns heraufschauen, damit unsere Wertschätzung bzw. unser Selbstwertgefühl nicht leidet. Und was ist das überhaupt: „Wertschätzung“. Gibt es das noch oder ist es nur eine Metapher, hat es eine Alibifunktion.

Die richtigen Marken einkaufen. Angefangen beim Auto, geht es über die Marke der neuen Küche, über die Kleidung und deren Accessoires. In welches Bistro, Restaurant oder Fast Food Gemäuer wollen wir gehen, um unser Dinner oder Lunch einzunehmen? Und hernach gibt es eine After-Work-Party bei X, eine Ü-30-Party bei Y, einen superguten Film im Kino, ein Theaterstück, einen Vortrag, eine Veranstaltung der Umweltschützer und eine Demo, bei der wir auch auf keinen Fall fehlen sollten.

Nach welchen Kriterien sollen wir unsere Entscheidung treffen? Das ist ein Riesenberg vor dem wir stehen und nicht immer einfach. Und haben wir die Entscheidung getroffen, fragen wir uns sogleich, ob wir nicht doch die andere Möglichkeit hätten nehmen sollen? Wen wollen, wen müssen wir beeindrucken außer uns selbst?

Und das ist nur eine kleine Aufzählung, von all den Dingen, mit denen wir uns jeden Tag umgeben, für oder gegen die wir uns jeden Tag entscheiden müssen. Ist es da verwunderlich, wenn in Extremsituationen das Chaos überhand nimmt, und wir nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht.

Zu allem Überfluss klagt der Ehepartner vielleicht auch noch, dass er/sie sich vernachlässigt vorkommt. Oder – noch schlimmer und heute oft wahrscheinlicher – es gibt gar keinen Ehepartner und wir müssen mit allem alleine fertig werden. Ja, da gibt es den Freund, die Freundin, die wir anrufen und mal wieder eine Runde klagen können. Allerdings sind diese auch nicht immer da und wir merken schon, dass das Aufnahmepotential von Horrormeldungen bei ihnen inzwischen begrenzt ist. Die Freunde haben dann ganz schnell, selbst abends um 21 Uhr noch etwas vor. Und dann sitzen wir da, mit unseren angesammelten Gedankenkonstrukten, die sich niemand mehr anhören will oder kann.

An Schlaf ist nicht zu denken. Ständig wälzen sich die Gedanken im Kreis, wie in einer Wäschetrommel. Nur mit dem Unterschied, dass wir sie nicht sauber, klar und rein gewaschen aus unserem Hirn herausnehmen können. Sie verbleiben dort mit all ihren „Wenn‘s“ und „Aber’s“. Wen wundert es, wenn wir nicht einschlafen können? Und wenn wir dann doch noch in den Morgenstunden, kurz bevor der Wecker die neue Arbeitsrunde einläutet, einschlafen, beginnen wir den neuen Tag nicht frisch, kraftvoll und ausgeschlafen, sondern mit einem Defizit und fühlen uns wie gerädert.

Und die Arbeit? Der Chef verlangt immer mehr – scheinbar oder tatsächlich – das spielt nicht wirklich eine Rolle. Wir haben das Gefühl, nicht mehr standhalten zu können, uns aufzulösen, nicht mehr zu wissen, was jetzt „dran ist“. Oder besser: wir haben überhaupt kein Gefühl mehr, wir sind gefühllos – Gefühl der Gefühllosigkeit!!! Wir starren Löcher in die Luft – ohne Motivation, ohne Antrieb.

Einen Platz für eine Psychotherapie suchen wir vergebens (zumindest kurzfristig) bei den für Krankenkassen zugelassenen Therapeuten und – sind wir überhaupt in der Lage, uns darum zu kümmern?

Besonders bemerkenswert, dass vor allem sehr akkurate, ordentliche Menschen, die eine sehr hohe Erwartungshaltung an sich selbst haben, an Burnout erkranken. Im fortgeschrittenen Stadium lässt sich dann das Burnout-Syndrom oft nicht von der Depression unterscheiden.

Bevor es allerdings so weit ist, kämpft der Betroffene wie gegen Windmühlen. Es ist, als führe er einen einsamen, langen Kampf – der ohnehin zum Scheitern verurteilt ist – gegen sich selbst. Erst nach langer Qual kommt es dann tatsächlich zum „Stillstand“. Das Arbeiten und vielleicht auch das Leben macht keinen Sinn mehr. Das Bild ist geprägt von Antriebslosigkeit und Herabgestimmtheit ohne Aussicht auf Veränderung – so zumindest empfindet der Betroffene.

Gibt es eine Aussicht auf Veränderung und Erleichterung?

Ja - die gibt es in den allermeisten Fällen!
Wesentlich ist es, zu erkennen und annehmen zu können, was ist. Das ist nicht leicht und bedarf der Hilfe. Der zweite Schritt: Einen Sinn sehen in dem, was ist. Aus der Erkenntnis gibt es in der Folge viele Ansatzpunkte zu einer möglichen Veränderung. Forschungen haben ergeben, dass die intensive Beschäftigung mit einem interessanten Thema, möglicherweise sogar eine Weiterbildung, neue Gehirnstrukturen und –verknüpfungen schafft, die den Weg aus dem Kreislauf der Gedankenspirale herausfinden lassen.

Noch besser:
Lassen Sie es nicht soweit kommen. Holen Sie sich die Hilfe, die Sie brauchen - schon bei den ersten Anzeichen!